Der Maulwurf ist ein faszinierender Untergrundbewohner, der sich praktisch nie an der Oberfläche zeigt. Wer das ständige Auftauchen frischer Erdhügel im Rasen erlebt, fragt sich oft: Wann genau ist der kleine Tunnelbauer eigentlich aktiv? Die Antwort überrascht viele, weil Maulwürfe ein klares Aktivitätsmuster haben, das ihren Tagesablauf rund um die Uhr bestimmt.
- Maulwürfe arbeiten in Drei-Schichten-System mit etwa 4 Stunden Aktivität und 4 Stunden Ruhe
- Hauptaktivitätszeiten: morgens 4 bis 8 Uhr, mittags 12 bis 16 Uhr, abends 20 bis 24 Uhr
- Sind das ganze Jahr über aktiv, im Winter weniger
- Bei Regen oder hoher Bodenfeuchte besonders rege
- Stehen unter Naturschutz – Bekämpfung mit Vergrämung, nicht mit Töten
Das typische Aktivitätsmuster
Maulwürfe folgen einem festen Drei-Schichten-Rhythmus, der sie über den ganzen Tag verteilt aktiv hält. Anders als viele Tiere haben sie keinen klaren Tag- oder Nachtrhythmus.
Der typische Tagesablauf:
- 4 bis 8 Uhr morgens: Erste Aktivitätsphase, oft mit frischen Erdhaufen sichtbar
- 8 bis 12 Uhr: Ruhephase im Nest
- 12 bis 16 Uhr: Zweite Aktivitätsphase
- 16 bis 20 Uhr: Ruhephase
- 20 bis 24 Uhr: Dritte Aktivitätsphase
- 0 bis 4 Uhr: Längere Ruhephase
Diese Phasen können sich je nach Jahreszeit, Bodenbeschaffenheit und Nahrungsangebot leicht verschieben. Das Grundmuster bleibt aber stabil.
Warum drei Schichten?
Der Drei-Schichten-Rhythmus hängt mit dem Stoffwechsel der Maulwürfe zusammen. Sie haben einen extrem hohen Energieverbrauch, weil das Graben durch festes Erdreich kraftraubend ist.
Ein Maulwurf muss täglich etwa die Hälfte seines Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen. Bei einem 80 Gramm schweren Tier sind das 40 Gramm Regenwürmer und Insekten – pro Tag. Diese Menge können sie nicht in einer einzigen Aktivitätsphase erbeuten, deshalb brauchen sie mehrere Phasen pro Tag.
Hungerperioden ohne Nahrung über 12 Stunden können für einen Maulwurf tödlich sein. Deshalb der konstante Wechsel zwischen Aktivität und kurzen Erholungspausen.
Wann sind frische Erdhügel zu sehen?
Wer regelmäßig im Garten unterwegs ist, kann den Maulwurf indirekt beobachten. Frische Erdhügel entstehen meist in den Aktivitätsphasen, also:
- Früher Morgen, oft schon vor Sonnenaufgang
- Mittags zwischen 12 und 14 Uhr
- Abends zwischen 20 und 22 Uhr
Im Sommer sind die mittleren Phasen oft kürzer, weil die Hitze den Boden zu trocken werden lässt. Im Frühjahr und Herbst sind alle drei Phasen meist gleich aktiv.
Saisonale Unterschiede
Frühjahr (März bis Mai)
Hochsaison für Maulwurfaktivität. Paarungszeit, neue Tunnelsysteme werden gegraben, Junge werden geboren. Frische Hügel täglich zu sehen.
Sommer (Juni bis August)
Etwas reduzierte Aktivität, vor allem in trockenen Phasen. Maulwürfe ziehen sich in tiefere Erdschichten zurück, wo es feuchter ist. Sichtbare Hügel oft nur nach Regen.
Herbst (September bis November)
Wieder hohe Aktivität, weil Maulwürfe Wintervorräte anlegen. Sie horten Regenwürmer in Vorratskammern, indem sie ihnen den Kopf abbeißen, damit sie nicht entkommen können. Klingt eklig, ist aber faszinierende Anpassung.
Winter (Dezember bis Februar)
Reduzierte Aktivität. Maulwürfe schlafen aber nicht durch, sondern nutzen ihre tiefer liegenden Tunnelsysteme und ihre angelegten Vorräte. Bei Tauwetter sind frische Hügel möglich.

Wetter und Aktivität
Maulwürfe reagieren sehr direkt auf Wetterbedingungen.
Regen: Hohe Aktivität. Regenwürmer kommen an die Oberfläche, leichteres Graben in feuchtem Boden.
Trockenheit: Niedrige Aktivität, Maulwürfe gehen tiefer.
Frost: Reduzierte Aktivität, aber nicht null. Wenn der Boden gefroren ist, nutzen sie tiefere Schichten unter der Frostlinie.
Erschütterungen: Maulwürfe spüren Bodenvibrationen sehr gut. Bei Rasenmähen, Bauarbeiten oder lautem Tritt im Garten ziehen sie sich zurück und werden in den nächsten Stunden weniger aktiv.
Der Maulwurf und sein Tunnelsystem
Das Aktivitätsmuster hängt eng mit dem Tunnelsystem zusammen. Ein einzelner Maulwurf legt ein Revier von 100 bis 2000 Quadratmetern an.
Komponenten:
- Hauptburg: Großer, tief liegender Wohnbereich mit Schlafkammer und Vorratskammern
- Jagdgänge: Oberflächennahe Tunnel, in denen Regenwürmer hinein fallen
- Verbindungstunnel: Tiefere Gänge, die Hauptburg und Jagdgänge verbinden
- Auswurfhaufen: An die Oberfläche geschobene Erde aus den Tunneln
Der Maulwurf bewegt sich in seinem System mehrmals täglich, meist auf Kontrollgängen, um zu prüfen, was in den Jagdgängen liegt.
Naturschutz und Bekämpfung
Wichtig: Der Maulwurf steht unter Naturschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Er darf nicht getötet, gefangen oder vertrieben werden, wenn das seine Lebensbedingungen beeinträchtigt.
Erlaubte Maßnahmen zur Vergrämung:
- Vibrationen und Geräusche durch spezielle Pfähle
- Düfte wie Knoblauch, Buttermilch oder Stinkpflanzen
- Saubere Pflege des Rasens, weil viele Regenwürmer den Maulwurf anziehen
Wer einen Maulwurf im Garten hat und sich an Erdhügeln stört, kann mit den genannten Methoden versuchen, ihn umzusiedeln. Geduld ist wichtig – oft dauert es Wochen, bis er das Gebiet verlässt.
Maulwurf oder Wühlmaus?
Häufige Verwechslung: Maulwurfshügel und Wühlmausgänge werden oft verwechselt. Die Unterschiede:
- Maulwurfshügel: Kreisrund, etwa 20 bis 30 cm Durchmesser, kein sichtbarer Eingang. Erde locker und feinkörnig
- Wühlmausgänge: Längliche Schwellungen unter der Erdoberfläche, sichtbare Eingänge, Pflanzenwurzeln werden gefressen
Während der Maulwurf nur Insekten und Würmer frisst und Pflanzen unbeachtet lässt, sind Wühlmäuse echte Gartenschädlinge, die Gemüse, Wurzeln und Zwiebeln fressen.
Fazit
Maulwürfe arbeiten im Drei-Schichten-System mit Aktivitätsphasen morgens, mittags und abends, jeweils etwa 4 Stunden lang. Wer frische Erdhügel beobachten will, hat die besten Chancen früh morgens zwischen 4 und 8 Uhr oder abends zwischen 20 und 22 Uhr. Die Aktivität ist das ganze Jahr über sichtbar, im Frühjahr und Herbst aber besonders ausgeprägt. Der Maulwurf steht unter Naturschutz, deshalb sind nur sanfte Vergrämungsmethoden erlaubt. Wer ihn versteht, kann das Aktivitätsmuster für die Vergrämung nutzen oder einfach als faszinierenden Mitbewohner akzeptieren.
Häufige Fragen
Sind Maulwürfe nachtaktiv?
Nein, Maulwürfe haben kein klares Tag- oder Nachtmuster. Sie wechseln im 4-Stunden-Rhythmus zwischen Aktivität und Ruhe, rund um die Uhr.
Wann sind Maulwürfe am aktivsten?
Frühmorgens zwischen 4 und 8 Uhr, mittags zwischen 12 und 14 Uhr und abends zwischen 20 und 22 Uhr. Insgesamt etwa 12 Stunden Aktivität pro Tag.
Wann graben Maulwürfe nicht?
In ihren Ruhephasen, also vormittags zwischen 8 und 12 Uhr sowie nachts zwischen 0 und 4 Uhr. Aber auch in diesen Zeiten kann der Maulwurf gestört zur Aktivität wechseln.
Sind Maulwürfe schädlich?
Nein, sie sind nützlich. Maulwürfe fressen Insekten und Würmer, lockern den Boden und vertilgen Schädlinge wie Engerlinge. Lediglich die Erdhügel im Rasen sind ein optisches Problem.
Wie viele Maulwürfe leben in einem Garten?
Meist nur einer. Maulwürfe sind Einzelgänger und verteidigen ihr Revier vehement. Mehrere Hügel auf einer Fläche stammen also fast immer von einem einzigen Tier.
