Wenn Tauben am Haus oder im Garten zu nisten beginnen, ist die häufigste Frage: Wie lange dauert das eigentlich? Bis die Jungen ausziehen, vergeht mehr Zeit, als viele denken. Gleichzeitig sollte das Nest in dieser Phase nicht gestört werden. Wir geben dir eine genaue Übersicht über die Brutdauer und den Ablauf einer kompletten Taubenbrut.
- Reine Bebrütungsdauer der Eier: 17 bis 19 Tage
- Insgesamt vom Eier-Legen bis Ausflug: etwa 6 Wochen
- Tauben brüten im Wechsel, beide Eltern sind aktiv
- Während der Brutzeit darf das Nest nicht entfernt werden
- Bei guten Bedingungen folgt direkt die nächste Brut
Die reine Brutdauer der Eier
Vom Eier-Legen bis zum Schlupf der Jungen vergehen 17 bis 19 Tage. Das ist die eigentliche „Brutzeit“ im engeren Sinn. Bei Stadttauben liegt sie meist bei 18 Tagen, bei Ringeltauben oft etwas länger (bis 19 Tage), bei Türkentauben etwas kürzer.
Faktoren, die die Brutdauer leicht verändern können:
- Außentemperatur: Bei kühlerem Wetter etwas länger
- Brutverhalten: Lückenlose Bebrütung beschleunigt den Ablauf
- Eigröße: Die ersten Eier brauchen meist etwas mehr Zeit als spätere
Beide Eltern brüten abwechselnd. Das Männchen meist am Tag, das Weibchen in der Nacht und früh morgens. Diese Aufteilung ist bei Tauben sehr ausgeprägt und wechselt mit der Tageszeit.
Wie lange dauert eine komplette Brut?
Wenn du fragst, wie lange Tauben „brüten“, meinst du oft den ganzen Zyklus vom Beginn bis zum Auszug der Jungen. Hier eine Übersicht:
- Nestbau: 4 bis 7 Tage
- Eier legen: 1 bis 2 Tage (zwei Eier im Abstand von einem Tag)
- Bebrütung: 17 bis 19 Tage
- Nestlingszeit: 25 bis 30 Tage
- Ausflug: nach etwa 30 Tagen
Insgesamt dauert eine komplette Brut von Anfang Nestbau bis Auszug der Jungen also rund 6 Wochen. In dieser Zeit ist das Nest aktiv geschützt und darf nicht entfernt werden.
Der Ablauf im Detail
Tag 1 bis 7: Nestbau
Das Männchen sammelt Zweige und Halme, das Weibchen baut das Nest. Tauben sind keine Architekten – die Nester sind oft locker, manchmal so dürftig, dass die Eier durchsehen.
Tag 8 bis 9: Eier legen
Das Weibchen legt das erste Ei am späten Abend, das zweite zwei Tage später. Erst nach Ablage des zweiten Eis beginnt die Bebrütung.
Tag 10 bis 28: Bebrütung
Beide Eltern brüten abwechselnd. Bei Störung verlassen sie das Nest oft kurz, kehren aber zurück. Wer in dieser Phase einen Brutplatz entdeckt, sollte ihn unbedingt in Ruhe lassen.
Tag 28: Schlupf
Die Jungtauben schlüpfen blind, nackt und etwa 15 Gramm schwer. Sie sind komplett von den Eltern abhängig und werden in den ersten Tagen mit „Kropfmilch“ gefüttert, einem nahrhaften Sekret aus dem Kropf der Erwachsenen.
Tag 29 bis 35: Erste Wachstumsphase
Die Jungen wachsen sehr schnell. Augen öffnen sich um Tag 8 nach Schlupf. Erste Federn beginnen zu wachsen.
Tag 36 bis 50: Federwuchs
Die Jungtauben bekommen ihr erstes Gefieder und werden zunehmend selbständig. Sie verlassen das Nest noch nicht, sind aber wacher und neugieriger.
Tag 50 bis 60: Ausflug
Mit etwa 4 bis 5 Wochen verlassen die Jungtauben das Nest. Anfangs nur kurz, dann immer länger. Mit 6 bis 7 Wochen sind sie selbständig und werden nicht mehr von den Eltern gefüttert.

Was passiert nach dem Auszug?
Bei guten Bedingungen beginnen die Eltern oft sofort mit der nächsten Brut, manchmal sogar überlappend. Das bedeutet: Während die alten Jungtauben noch im Umfeld sind, legt das Weibchen schon neue Eier.
Pro Saison schaffen Tauben so 3 bis 5 erfolgreiche Bruten. In Ausnahmen sogar mehr. Wer mehr zur generellen Brutzeit der Tauben wissen will, findet eine ausführliche Saison-Übersicht.
Brut-Wechsel und Verteilung
Tauben sind wie viele Tauben-Arten „Doppelbrütern“. Beide Eltern beteiligen sich aktiv an der Aufzucht. Die typische Verteilung über den Tag:
- Vormittag (8 bis 14 Uhr): Männchen brütet
- Nachmittag (14 bis 18 Uhr): Weibchen brütet
- Abend und Nacht: Weibchen brütet
- Früher Morgen: Männchen löst ab
Während eines Elternteils auf dem Nest sitzt, sucht der andere Nahrung und kehrt regelmäßig zurück. Bei Stadttauben sind die Strecken oft sehr kurz, bei Ringeltauben können es mehrere Kilometer sein.
Was du als Hausbesitzer wissen solltest
Wenn Tauben bei dir zu nisten beginnen, hast du mehrere Optionen:
- Vor der Eiablage: Versuche die Vögel mit Lärm, Wasser oder Glanz zu vertreiben, bevor sie Eier legen
- Während der Brut: Lass das Nest in Ruhe, das ist gesetzlich vorgeschrieben
- Nach dem Auszug: Nest entfernen und Stelle vergrämen, damit kein neues Nest gebaut wird
Wer sich um Lärm und Verschmutzung sorgt: Beides hält sich in Grenzen. Tauben sind relativ ruhig, und der Kot bleibt meist auf das Nestumfeld beschränkt. Nach 6 Wochen ist die Brut durch.
Was tun, wenn ein Jungvogel aus dem Nest fällt?
Junge Tauben fallen manchmal aus dem Nest, weil die Konstruktionen oft locker sind. Was tun?
- Wenn der Jungvogel klein und nackt ist: Vorsichtig zurück ins Nest setzen. Tauben verstoßen ihre Jungen nicht wegen Menschengeruch
- Wenn der Jungvogel schon Federn hat: In ruhe lassen, die Eltern füttern auch Bodenjunge
- Bei Verletzung: Vogel zur nächsten Wildtieraufnahme bringen
- Niemals selbst aufziehen ohne Erfahrung – das ist meist erfolglos
Bei Fragen die örtliche Vogelschutzwarte oder den NABU kontaktieren.
Fazit
Wie lange Tauben brüten, hängt davon ab, was man genau meint. Die reine Bebrütung der Eier dauert 17 bis 19 Tage. Vom Beginn der Brut bis zum endgültigen Ausflug der Jungen vergehen rund 6 Wochen. In dieser Zeit ist das Nest geschützt, und Eingriffe sind verboten. Wer eine Taubenbrut am Haus hat, sollte abwarten und nach dem Ausflug konsequent vergrämen, damit es keine Wiederholung gibt. Vor der Brutzeit ist Vorbeugung mit Spikes, Netzen oder Reflektoren am effektivsten.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Bebrütung?
17 bis 19 Tage. Das ist die reine Zeit vom Eierlegen bis zum Schlupf der Jungen.
Wie lange bleiben die Jungen im Nest?
25 bis 30 Tage. Insgesamt vom Schlupf bis zum endgültigen Ausflug etwa 4 bis 5 Wochen.
Brüten beide Eltern?
Ja, Männchen und Weibchen brüten im Wechsel. Männchen meist tagsüber, Weibchen nachts und früh morgens.
Was passiert, wenn ich das Nest störe?
Bei kurzen Störungen kehren die Eltern meist zurück. Bei dauerhaften Störungen können sie das Nest verlassen, Eier sterben dann ab. Außerdem ist das Stören gesetzlich nicht erlaubt.
Wie viele Jungvögel überleben pro Brut?
Bei guten Bedingungen meist beide Jungvögel. Bei knappem Nahrungsangebot oder Wetterextremen kann auch nur einer überleben.
