Das Wichtigste in Kürze
- Ein Überlauf führt überschüssiges Regenwasser kontrolliert ab, bevor die Tonne oben unkontrolliert überschwappt und Feuchtigkeit an die Fassade bringt.
- Du brauchst nur wenig Material: eine Lochsäge oder einen Forstnerbohrer, eine Tankverschraubung mit Gummidichtung und einen Schlauch oder ein HT-Rohr als Ableitung.
- Die Bohrung sitzt etwa 5 bis 10 cm unter dem oberen Rand, damit die Tonne gut gefüllt bleibt und trotzdem genug Puffer hat.
- Das Wasser läuft mit leichtem Gefälle vom Haus weg, etwa in ein Beet, eine Versickerungsmulde oder eine zweite Tonne.
- Das Material kostet meist etwa 10 bis 25 Euro, der Einbau gelingt in der Regel in unter einer Stunde.
- Ein Deckel oder ein feines Gitter hält Mücken fern, weil stehendes Wasser sonst schnell zur Brutstätte werden kann.
Nach einem kräftigen Sommergewitter steht es schnell fest: Die Regentonne ist voll, und das überschüssige Wasser sucht sich seinen eigenen Weg. Meist läuft es oben über den Rand, sammelt sich am Fuß der Tonne und sickert genau dort in den Boden, wo es niemand gebrauchen kann, nämlich direkt an der Hauswand. Wer einen Überlauf für die Regentonne selber baut, lenkt dieses Wasser kontrolliert dorthin, wo es Sinn ergibt.
Die gute Nachricht für Heimwerker: Das ist kein Projekt für Profis. Mit einer Handvoll Bauteilen, einem Akkuschrauber und etwas Augenmaß ist die Sache an einem Nachmittag erledigt. In dieser Anleitung gehen wir Schritt für Schritt durch, welches Material du brauchst, wo genau die Bohrung sitzt und wohin du das Wasser am besten ableitest.
Warum ein Überlauf an der Regentonne wichtig ist
Eine Regentonne ohne geregelten Ablauf füllt sich bei Starkregen innerhalb von Minuten bis an den Rand. Ist die Kapazität erreicht, schwappt das Wasser unkontrolliert über die Oberkante. Es läuft an der Außenwand der Tonne herunter und versickert direkt daneben im Boden.
Steht die Tonne nah am Haus, was häufig der Fall ist, gelangt diese Feuchtigkeit in den Bereich rund um das Fundament und die Fassade. Dauerhafte Durchfeuchtung im Sockelbereich kann auf längere Sicht zu Problemen führen, etwa zu feuchten Kellerwänden oder Schäden am Putz. Ein Überlauf nimmt das Wasser an einem definierten Punkt ab und führt es kontrolliert weg vom Gebäude.
Ein zweiter Vorteil ist eher praktischer Natur. Du siehst auf einen Blick, dass die Tonne voll ist, sobald der Überlauf läuft. Und du kannst das ablaufende Wasser sinnvoll nutzen, indem du es in ein Beet oder eine zweite Tonne leitest, statt es ungenutzt versickern zu lassen.
Material und Werkzeug für den Regentonnen-Überlauf
Die Teileliste ist überschaubar, und vieles davon liegt in einer gut sortierten Werkstatt ohnehin herum. Wichtig ist vor allem, dass der Bohrer und die Tankverschraubung im Durchmesser zueinander passen, sonst wird die Durchführung später undicht.
- Lochsäge oder Forstnerbohrer passend zur Tankverschraubung, häufig rund 32 mm
- Tankverschraubung mit Gummidichtung für den dichten Wanddurchgang
- Schlauch oder HT-Rohr als Ableitung in der gewünschten Länge
- Akkuschrauber oder Bohrmaschine
- Maßband, Stift und gegebenenfalls eine Wasserwaage für das Gefälle
Die Tankverschraubung ist das Herzstück. Sie besteht aus einem Gewindestutzen, der von außen durch die Tonnenwand gesteckt wird, und einer Gegenmutter mit Dichtung auf der Innenseite. So entsteht ein wasserdichter Durchgang, an den du außen den Schlauch oder das Rohr anschließt. Beim Bohrerdurchmesser gilt: Er sollte exakt zum Gewinde der Verschraubung passen, damit die Dichtung sauber greift.
Tipp: Nimm die Tankverschraubung mit in den Baumarkt und gleiche den Lochsägen- oder Forstnerbohrer-Durchmesser direkt am Bauteil ab. So vermeidest du, dass das Loch am Ende zu groß oder zu klein wird.
Überlauf für die Regentonne selber bauen: Schritt für Schritt
Wenn das Material bereitliegt, geht der eigentliche Einbau zügig von der Hand. Arbeite in Ruhe, vor allem beim Anzeichnen der Bohrhöhe, denn die entscheidet später darüber, wie voll die Tonne wird.

Wohin mit dem überschüssigen Wasser
Der Überlauf ist nur so gut wie das, was hinter ihm kommt. Das Wasser muss zuverlässig vom Gebäude weggeführt werden, sonst verlagerst du das Problem nur um ein paar Zentimeter. Entscheidend ist ein durchgehendes Gefälle in Richtung Garten.
Für die Ableitung haben sich in der Praxis mehrere Lösungen bewährt, die du je nach Garten kombinieren oder einzeln nutzen kannst.
- In ein Beet leiten, das den zusätzlichen Wasserschub gut vertragen kann
- In eine Versickerungsmulde führen, in der das Wasser langsam im Boden aufgeht
- An eine zweite Tonne anschließen und beide in Reihe schalten, was den Speicher vergrößert
Die Reihenschaltung ist besonders elegant. Du verbindest den Überlauf der ersten Tonne mit dem oberen Bereich der zweiten. Läuft die erste voll, fließt das Wasser in die zweite, und erst wenn beide gefüllt sind, leitet der Überlauf der zweiten Tonne den Rest in den Garten. So nutzt du mehr Regenwasser, ohne dass etwas an der Fassade landet.
Mückenschutz: Stehendes Wasser in der offenen Tonne kann zur Brutstätte für Mücken werden. Ein gut schließender Deckel oder ein feines Gitter über der Öffnung hält die Insekten fern und sollte deshalb fest eingeplant werden.
Häufige Fehler beim Einbau und wie du sie vermeidest
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Bohren selbst, sondern bei der Planung. Wer ein paar typische Stolperfallen kennt, baut den Überlauf gleich richtig ein.
| Fehler | Folge | Besser so |
|---|---|---|
| Überlauf zu hoch gesetzt | Tonne läuft trotzdem oben über | Bohrung etwa 5 bis 10 cm unter den Rand setzen |
| Überlauf zu tief gesetzt | Tonne füllt sich kaum, wenig Vorrat | Höhe nah am oberen Rand wählen |
| Wasser Richtung Hauswand abgeleitet | Feuchtigkeit am Sockel und Fundament | Ableitung mit Gefälle vom Haus wegführen |
| Durchführung undicht | Wasser tropft aus der Wand | Auf saubere Dichtung achten, Mutter fest anziehen |
| Kein Gefälle in der Leitung | Wasser staut sich im Schlauch | Durchgehendes Gefälle Richtung Abnahmestelle |
Achtung: Prüfe vor dem Bohren, ob die Tonnenwand an der gewünschten Stelle eben und stabil ist. An stark gewölbten oder verstärkten Bereichen kann die Dichtung schlecht anliegen, was die Durchführung undicht werden lässt.
Fazit
Einen Überlauf für die Regentonne selber zu bauen ist eines der dankbarsten kleinen Heimwerkerprojekte rund ums Haus. Mit Material für etwa 10 bis 25 Euro und weniger als einer Stunde Arbeit schützt du die Fassade vor unkontrolliertem Wasser und nutzt gleichzeitig mehr Regen für den Garten. Entscheidend sind die richtige Bohrhöhe knapp unter dem Rand, eine dichte Durchführung und ein sauberes Gefälle vom Haus weg. Wer diese drei Punkte beachtet, hat lange Freude an der Lösung und muss nach dem nächsten Gewitter nicht mehr zum Eimer greifen.
FAQ – Überlauf für die Regentonne selber bauen
Wie hoch sollte der Überlauf an der Regentonne sitzen?
Die Bohrung gehört etwa 5 bis 10 cm unter den oberen Rand der Tonne. So bleibt der Speicher gut gefüllt, und es bleibt trotzdem ein kleiner Puffer, bevor das Wasser oben überschwappen könnte.
Welchen Durchmesser braucht das Loch für den Überlauf?
Das richtet sich nach der Tankverschraubung, die du verwendest. Häufig liegt der passende Durchmesser bei rund 32 mm, du solltest den Bohrer aber immer direkt am Bauteil abgleichen.
Was kostet ein selbstgebauter Regentonnen-Überlauf?
Das Material schlägt in der Regel mit etwa 10 bis 25 Euro zu Buche. Genau hängt es davon ab, wie hochwertig die Verschraubung ist und wie lang die Ableitung ausfallen soll.
Kann ich zwei Regentonnen über den Überlauf verbinden?
Ja, das nennt sich Reihenschaltung. Der Überlauf der ersten Tonne wird mit der zweiten verbunden, sodass sich beide nacheinander füllen und du insgesamt mehr Regenwasser speicherst.
Wie verhindere ich Mücken in der Regentonne?
Ein gut schließender Deckel oder ein feines Gitter über der Öffnung hält die Insekten fern. So kann das stehende Wasser nicht als Brutstätte dienen, ohne dass du auf den Regenwasserspeicher verzichten musst.
Wohin sollte das überschüssige Wasser ablaufen?
Am besten mit leichtem Gefälle vom Haus weg in ein Beet, eine Versickerungsmulde oder eine zweite Tonne. Wichtig ist, dass das Wasser nicht Richtung Hauswand und Fundament läuft.
