Sie wollen streichen, tapezieren oder einfach die alten Griffe gegen moderne austauschen. Doch der Blick auf die Türklinke sorgt für Ratlosigkeit: Keine Schraube, kein Schlitz, nur glatter Edelstahl. Wie bekommt man das Ding ab, ohne die Tür mit dem Brecheisen zu malträtieren?
Die gute Nachricht: Die Klinke ist nicht geklebt. Bei modernen Garnituren (besonders Rosetten-Garnituren) sind die Befestigungen lediglich aus ästhetischen Gründen versteckt. Wir zeigen Ihnen die drei gängigen Tricks, mit denen Sie jeden Griff in Minuten demontieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Trick: Die sichtbaren Schrauben liegen meist unter einer Abdeckkappe (Rosette) oder werden durch eine versteckte Madenschraube an der Unterseite des Griffs gehalten.
- Das Werkzeug: Sie benötigen fast immer einen kleinen Inbusschlüssel (meist Größe 3 mm) und einen flachen Schlitzschraubendreher.
- Vorsicht: Beim Abhebeln von Abdeckungen immer einen Lappen unterlegen, um das Türblatt nicht zu zerkratzen!
Fall 1: Die Madenschraube (Der Klassiker)
Bei 90 % aller modernen Türklinken wird der Griff durch eine winzige Wurmschraube (Madenschraube) auf dem Vierkantstift gehalten. Diese ist so klein, dass man sie leicht übersehen kann.
- Suchen: Gehen Sie in die Hocke und schauen Sie sich den Hals der Türklinke (das Verbindungsstück zur Tür) von unten an.
- Finden: Sehen Sie ein kleines, dunkles Loch?
- Lösen: Nehmen Sie einen kleinen Inbusschlüssel (Innensechskant), stecken Sie ihn in das Loch und drehen Sie die Schraube heraus.
- Tipp: Manchmal muss die Schraube nur gelockert, nicht ganz entfernt werden.
- Abziehen: Jetzt können Sie den Türgriff einfach vom Stift abziehen.
Das richtige Werkzeug zum Türklinke lösen
Sitzt die Madenschraube versteckt oder klemmt der Drücker, sparst du dir mit dem passenden Werkzeug viel Gefummel.
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- Hex-Plus lässt Innensechskantschrauben länger leben
- Winkelschlüssel sind durch ihre Größenkennzeichnung schnell zur Hand
- Abriebfeste Griffkennzeichnung
- Verschleißfreies Clip-Material für erhöhte Lebensdauer
Fall 2: Die Klick-Rosette (Die Versteck-Künstlerin)
Ist der Griff ab, stehen Sie oft noch vor den runden Metallplatten (Rosetten) an Schlüsselloch und Klinke. Auch hier sind keine Schrauben zu sehen. Der Grund: Sie schauen auf eine reine Abdeckkappe. Die echte Montageplatte liegt darunter.
- Die Kerbe suchen: Schauen Sie sich den Rand der Rosette genau an (meist unten). Oft gibt es eine kleine Einkerbung (Schlitz).
- Hebeln: Setzen Sie einen flachen Schraubendreher in diese Kerbe. Wichtig: Legen Sie ein dünnes Tuch oder Pappe unter den Schraubendreher, um das Holz der Tür nicht einzudrücken!
- Plopp: Mit einer leichten Hebelbewegung springt die Kappe ab.
- Schrauben: Darunter kommen die eigentlichen Kreuzschlitzschrauben zum Vorschein, mit denen Sie den Rest demontieren können.
Hinweis: Manche Rosetten haben keine Kerbe, sondern sind aufgeschraubt. Versuchen Sie, den ganzen Ring mit der Hand (Gummihandschuhe für Grip helfen) gegen den Uhrzeigersinn zu drehen.
Fall 3: Der Schnellstift (Hoppe-System)
Einige hochwertige Marken (z. B. Hoppe) nutzen ein patentiertes Klemmsystem ganz ohne Madenschraube.
- Erkennen: Es gibt kein Loch für einen Inbus am Griffhals, aber am Hals befindet sich ein kleines Loch auf der Seite oder unten, das aussieht, als müsse man etwas hineindrücken.
- Lösen: Nehmen Sie den mitgelieferten Spezialschlüssel (oder einen dünnen Nagel/Splinttreiber). Drücken Sie ihn in das Loch, um die Feder im Inneren zu entriegeln.
- Ziehen: Gleichzeitig ziehen Sie kräftig an den beiden Türgriffen (auseinander).
Sonderfall: Die uralte Bakelit-Klinke
Bei sehr alten Türen (50er/60er Jahre) sehen Sie oft einen kleinen Metallstift (Nagel), der quer durch den Hals der Klinke geht.
- Lösung: Dieser Stift ist oft konisch. Er muss mit Hammer und einem dünnen Dorn (Durchschlag) herausgeschlagen werden. Achtung: Nur in die richtige Richtung schlagen (auf das dünnere Ende hauen)!
Fazit
Keine Schraube zu sehen bedeutet meistens: Inbus von unten oder Kappe abhebeln. Gewalt ist nie nötig. Wenn es klemmt, ist es meist Farbe, die die Kappe verklebt hat – hier hilft ein vorsichtiges Einschneiden mit dem Teppichmesser entlang der Kante.
