Das Homeoffice gehört für viele längst zum Arbeitsalltag. Im August 2025 arbeitete laut ifo Institut rund ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise von zu Hause. Bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes wandert der Blick dann zuerst zum Bürostuhl und zum Monitor. Die Tischplatte? Gilt oft als Nebensache. Dabei entscheidet gerade ihre Tiefe darüber, ob du entspannt sitzt oder dich Tag für Tag zum Bildschirm vorbeugst.
Wie tief sollte eine Tischplatte also sein? Die ehrliche Antwort: Das hängt von deinem Setup ab. Ein einzelner Laptop braucht deutlich weniger Fläche als zwei oder drei Monitore nebeneinander. Dieser Beitrag zeigt dir, welche Schreibtischtiefe zu welchem Arbeitsplatz passt, wie sie mit dem Abstand zum Bildschirm zusammenhängt und warum sich die richtige Wahl über Jahre bezahlt macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Für ergonomisches Arbeiten empfiehlt die DGUV eine Tischtiefe von mindestens 80 cm, damit du einen Sehabstand von 50 bis 80 cm zum Bildschirm einhalten kannst.
- 60 cm reichen meist nur für einen Laptop oder einen kleinen Monitor; sobald zwei oder mehr Bildschirme dazukommen, fährst du mit 80 cm oder tiefer besser.
- Eine maßgefertigte Tischplatte passt sich an Raum und Setup an, statt dass du deinen Arbeitsplatz in ein Standardmaß zwängst.
Wie viel Abstand zum Monitor ist eigentlich gesund?
Fangen wir bei der Kernfrage an, denn sie bestimmt am Ende alles andere. Der Abstand zwischen deinen Augen und dem Bildschirm sollte zwischen 50 und 80 cm liegen. So steht es im Leitfaden der DGUV für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze (DGUV Information 215-410). Die Faustregel dahinter: Je größer der Monitor, desto mehr Abstand braucht er. Vor einem 24-Zoll-Display sitzt du näher als vor einem 32-Zöller.
Warum dieser Abstand so viel ausmacht? Sitzt der Bildschirm zu dicht vor der Nase, springen deine Augen ständig hin und her und ermüden schneller. Gleichzeitig neigt sich der Kopf nach vorne, was Nacken und Schultern über Stunden belastet. Ein Monitor in der richtigen Entfernung lässt die Augen ruhiger arbeiten und hält den Kopf in einer entspannten Haltung.
Und genau hier kommt die Tischplatte ins Spiel. Deine Tischtiefe gibt vor, wie weit du den Monitor überhaupt wegschieben kannst. Steht der Bildschirm auf einem Standfuß, frisst dieser schon 10 bis 15 cm der nutzbaren Fläche. Bei einer Platte mit nur 60 cm Tiefe bleibt danach kaum Spielraum, um den empfohlenen Abstand sauber einzuhalten.
60, 80 oder tiefer: So findest du die richtige Tischplattentiefe
Statt einer pauschalen Zahl lohnt der Blick auf dein konkretes Setup. Diese drei Stufen geben dir eine verlässliche Orientierung:
- Rund 60 cm Tiefe eignen sich für einen Laptop oder einen kleinen Monitor, etwa bei gelegentlicher Nutzung am Esstisch oder im kompakten Arbeitseck. Für dauerhaftes Arbeiten an einem festen Bildschirm wird es schnell eng.
- 70 bis 80 cm gelten als komfortabler Standard für einen einzelnen 24- bis 27-Zoll-Monitor. Vor der Tastatur bleiben dann noch 10 bis 15 cm frei, damit deine Handballen entspannt aufliegen.
- Ab 90 cm aufwärts bist du auf der sicheren Seite, wenn zwei Monitore nebeneinander stehen, ein großes Curved-Display zum Einsatz kommt oder du Laptop und externen Bildschirm kombinierst.
Gerade bei mehreren Monitoren oder einem ungewöhnlich geschnittenen Raum stoßen Standardplatten allerdings rasch an ihre Grenzen. Wer Tiefe, Breite und Materialstärke frei festlegen möchte, findet zum Beispiel mit einer Tischplatte nach Maß von Liftor eine Lösung, die sich exakt am eigenen Setup orientiert, statt umgekehrt. So lässt sich die Tiefe genau so wählen, dass der Sehabstand passt und trotzdem genug Platz für Tastatur, Notizen und die obligatorische Kaffeetasse bleibt.
Warum 60 cm im Alltag oft zu knapp werden
Auf dem Papier klingen 60 cm nach reichlich Platz. Im Alltag sieht das anders aus. Rechne einmal zusammen, was sich auf deiner Arbeitsfläche tummelt: Monitor mit Standfuß, Tastatur, Maus, vielleicht eine Webcam, dazu Unterlagen, Smartphone und Getränk. Da ist die Tiefe schneller aufgebraucht, als dir lieb ist.
Die Folge kennen viele: Die Tastatur rutscht an die vordere Kante, der Monitor klebt fast an der Wand und du beugst dich automatisch nach vorne. Eine tiefere Platte nimmt diesen Druck heraus. Sie gibt dir die Freiheit, den Bildschirm bewusst zu positionieren, statt ihn dort abzustellen, wo eben noch Platz ist.
Warum sich die richtige Tischgröße langfristig auszahlt
Ergonomie wirkt selten von heute auf morgen. Sie zeigt sich über Monate und Jahre. Wer täglich mehrere Stunden in einer leicht vorgebeugten Haltung sitzt, spürt das irgendwann im Nacken, im Rücken und an den Augen. Eine Tischplatte mit passender Tiefe ist dabei keine Komfortfrage, sondern wirkt aktiv solchen Beschwerden entgegen.
Hinzu kommt: Arbeitsplätze verändern sich. Aus einem Laptop wird ein Monitor, aus einem Monitor werden zwei. Eine großzügig dimensionierte Platte wächst mit deinen Anforderungen mit, ohne dass du gleich neu kaufen musst. Du investierst also nicht nur in deinen heutigen Komfort, sondern auch in einen Arbeitsplatz, der morgen noch funktioniert. Klingt nach einer Entscheidung, die man nur einmal richtig trifft, oder?
Worauf du beim Kauf einer Tischplatte achten solltest
Bevor du dich festlegst, hilft ein kurzer Blick auf die wichtigsten Punkte:
- Richte die Tiefe an deinem Setup aus und plane bei einem festen Bildschirmarbeitsplatz mindestens 80 cm ein.
- Achte bei größeren Platten auf eine ausreichende Materialstärke, damit nichts durchhängt. Für Schreibtische sind 25 bis 30 mm üblich, bei stärker belasteten Flächen eher mehr.
- Ein Kabeldurchlass sorgt für Ordnung und verhindert das übliche Kabelchaos hinter dem Tisch.
- Eine Platte lässt sich gut mit einem höhenverstellbaren Gestell kombinieren. So wechselst du zwischen Sitzen und Stehen und bringst Bewegung in deinen Arbeitstag.
- Beim Material entscheidest du nach Optik und Budget. Beschichtete Spanplatten sind pflegeleicht und günstig, Bambus punktet mit Härte und Nachhaltigkeit, Massivholz bringt Charakter in den Raum.
Ein letzter Tipp am Rande: Plane lieber etwas großzügiger als zu knapp. Eine Platte, die ein paar Zentimeter zu tief ist, fällt im Alltag kaum auf. Eine zu flache dagegen ärgert dich jeden Tag aufs Neue.
