
Ein Sichtschutz trennt den Wohnbereich von Blicken, dämpft Wind und gliedert das Grundstück. Damit eine solche Anlage jahrelang standfest bleibt, genügt die Auswahl nach Optik allein nicht. Material, Tragwerk und Untergrund greifen ineinander. Wer das frühzeitig bedenkt, erspart sich schiefe Pfosten, durchhängende Elemente und Sanierungen.
Materialwahl: Eigenschaften und Dauerhaftigkeit
Die gängigen Werkstoffe unterscheiden sich in Gewicht, Pflegeaufwand und Lebensdauer. Holz ist nach wie vor der Favorit, weil es sich gut verarbeiten und kombinieren lässt. Die oft verwendeten heimischen Hölzer wie Lärche und Douglasie erreichen ohne chemischen Schutz eine mittlere natürliche Dauerhaftigkeit.
Kiefer kommt meist kesseldruckimprägniert, um die Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Feuchte zu steigern. Geölte oder lasierte Oberflächen verlangen je nach Bewitterung alle paar Jahre eine Nachbehandlung. WPC, ein Verbund von Holzfasern und Kunststoff, verringert den Pflegeaufwand und quillt im Vergleich zu Vollholz weniger. Aluminium ist leicht, korrosionsbeständig und formstabil. Dies ermöglicht große Spannweiten und schmale Profile. HPL-Platten gelten als witterungsfest und farbstabil und reagieren kaum auf Feuchtewechsel. Farbige Beschichtungen verlieren unter UV-Strahlung mit der Zeit ihre Intensität, weshalb lichtechte und farbtonbeständige Systeme im Vorteil sind. Gabionen aus Drahtkörben mit Steinfüllung bringen ein hohes Eigengewicht mit sich und verlangen nach einem entsprechend tragfähigen Fundament.
Wer einen Sichtschutzzaun kaufen möchte, sollte Material, Höhe und Befestigungssystem von Beginn an aufeinander abstimmen. Alle diese Faktoren bedingen sich gegenseitig. Schwere Materialien verlangen stärkere Pfosten und größere Fundamente als eine leichte Aluminiumfüllung. Auch die spätere Reinigung gehört in die Bewertung, denn glatte Oberflächen setzen weniger Algen an als raue.
Statik und Gründung: Windlast und Fundament
Der häufigste Schaden an Sichtschutzanlagen beruht nicht auf Materialschwäche, sondern auf der Unterschätzung der Windlast. Eine Fläche gegen den Wind ist im Grunde wie ein Segel, das seine Kräfte auf die Pfosten und damit auf das Fundament ableitet. Die anzusetzenden Lasten sind in Deutschland über die DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1) geregelt. Diese unterteilt das Bundesgebiet in 4 Windzonen, wobei Küstennähe höhere Zonen als das Binnenland aufweist.
Aus Fläche, Höhe und Standort ergibt sich die Kraft, die jeder Pfosten in den Boden abzuleiten hat. Halboffene Konstruktionen mit Lamellen lassen den Wind weitgehend hindurch und vermindern die Belastung im Vergleich zur vollflächigen Wand. Bei vielen Systemen ist ein Pfostenabstand von etwa 180 bis 200 cm üblich. Größere Abstände erhöhen die Last je Stütze. Die Gründung erfolgt frostfrei, in den meisten Teilen Deutschlands also etwa 80 cm tief, damit Frosthebungen die Pfosten nicht anheben.
Zur Verankerung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Das einbetonierte Punktfundament hat die beste Tragfähigkeit und ist für hohe geschlossene Elemente geeignet. Bei Verwendung von aufschraubbaren oder einbetonierten Bodenhülsen kann man später einzelne Pfosten leichter wechseln. Einschlagbodenhülsen eignen sich nur für niedrige wenig windbelastete Felder und für tragfähigen Untergrund.
Planung und Ausführung auf dem Grundstück
Vor dem ersten Spatenstich steht die Aufnahme des Bestandes. Der Geländeverlauf bestimmt, ob man die Elemente abgestuft oder geneigt führt. Ein Gefälle kann man über versetzte Felder ausgleichen, was schöner aussieht als ein durchlaufend schräger Abschluss. Der Untergrund bestimmt dann das Gründungsverfahren, denn sandige und bindige Böden tragen verschieden und reagieren verschieden auf Nässe. Auch die Lage von Toren und Durchgängen gehört in die Aufnahme, da diese Öffnungen besondere Pfosten und Beschläge verlangen. Die zulässige Höhe ist von den Landesbauordnungen und dem Nachbarrecht der einzelnen Bundesländer bestimmt. Viele Einfriedigungen sind bis zu einer bestimmten Höhe genehmigungsfrei, die genauen Grenzen sind allerdings verschieden. Eine kurze Prüfung der Behördenvorschriften und ein Gespräch mit den angrenzenden Eigentümern können spätere Konflikte vermeiden helfen
